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ZCP – Z-Chitosan Products Germany

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Auswaschend oder gebunden: Was ist der Unterschied?

5 Min. LesezeitStand Oktober 2026

Kurz gesagt

Ein auswaschendes (leaching) antimikrobielles Material gibt seinen Wirkstoff an die Umgebung ab und wirkt auch dort. Ein gebundenes (non-leaching) Material hält den Wirkstoff fest und wirkt nur auf Mikroorganismen, die seine Oberfläche berühren. Ein Hemmhof im Agartest zeigt Freisetzung an; gebundene Systeme werden mit Kontaktprüfungen wie ISO 22196 oder ASTM E2149 geprüft.

Zwei Agarplatten mit Bakterienrasen: links ein Probenplättchen mit klarem Hemmhof, rechts ein Plättchen ohne Hemmhof
Symbolbild

Die Begriffe.

Auswaschend (leaching, release): Der Wirkstoff diffundiert aus dem Material in Flüssigkeit, Agar oder Gewebe und wirkt auch im Abstand zur Oberfläche. Beispiele: Silberionen, gelöste Biozide, Antibiotika.

Gebunden (non-leaching, kontaktaktiv): Der Wirkstoff ist chemisch oder fest im Material verankert und wirkt nur bei direktem Kontakt [1, 2]. Beispiel: oberflächengebundene quartäre Ammoniumpolymere.

Gemischt: Das Material wirkt über beide Wege, etwa wenn an der Oberfläche Ionen freigesetzt werden oder ein gebundener Träger einen löslichen Bestandteil enthält.

Hemmhof: klare Zone ohne Bakterienwachstum um eine Probe auf beimpftem Agar. Er entsteht, wenn ein wirksamer Stoff aus der Probe in den Agar diffundiert.

Eluat: die Flüssigkeit, in der eine Probe für einen Auswaschversuch gelagert wurde. Sie enthält alles, was das Material in dieser Zeit abgegeben hat.

Was ein Hemmhof bedeutet.

Beim Agardiffusionstest liegt die Probe auf einem mit Bakterien beimpften Nährboden, etwa nach ISO 20645 für textile Flächengebilde oder nach AATCC TM147, der Parallelstrich-Methode [3, 4]. Diffundiert ein wirksamer Stoff in den Agar, bleibt um die Probe eine Zone ohne Wachstum.

Freisetzung: Der Wirkstoff diffundiert, ein Hemmhof entsteht.
Gebunden: kein Hemmhof, Wirkung nur bei Kontakt.
Modellhafte Darstellung

Die Breite des Hemmhofs hängt vor allem davon ab, wie gut der Stoff im Agar wandert. Über die Wirkung auf der Oberfläche selbst sagt sie wenig. Gibt ein Material nichts ab, entsteht kein Hemmhof, auch wenn es bei Kontakt wirkt [5].

Ein fehlender Hemmhof kann also zweierlei bedeuten: Kontaktwirkung oder keine Wirkung. Das unterscheidet erst eine Kontaktprüfung. Umgekehrt kann ein Material mit Hemmhof zusätzlich gebunden wirken.

Hemmhoftest und Kontaktprüfung im Vergleich.

Beide Kontaktprüfungen erfassen auch freigesetzte Stoffe. Ob die Wirkung von der Oberfläche oder aus dem Eluat kommt, klärt erst ein Auswaschversuch.

MerkmalHemmhoftest (Agardiffusion)ISO 22196 / JIS Z 2801ASTM E2149
PrinzipProbe auf beimpftem AgarKeimsuspension unter Deckfolie auf der ProbeProbe in geschüttelter Keimsuspension
Dauer, BedingungenBebrütung auf Nährboden24 h, 35 °C, ≥ 90 % relative Feuchte1 h Kontakt in Pufferlösung unter ständigem Schütteln
ErgebnisBreite der Zone ohne Wachstumantibakterielle Aktivität R, Log-Differenz zur unbehandelten ProbeReduktion gegenüber Kontrolle in % oder log
Geeignete ProbenTextilien, Folien, flache ProbenKunststoffe und andere nicht poröse OberflächenFasern, Textilien, Pulver, unregelmäßige Formen
Erfasst gebundene Wirkstoffeneinjaja
Zeigt Freisetzungjaneinnein, laut Norm nicht unterscheidbar

Literatur

Vor- und Nachteile.

AuswaschendGebunden
Vorteilewirkt auch in Spalten und in der Umgebung · Freisetzung leicht nachweisbarkein Wirkstoffverlust durch Abgabe · kein Wirkstoff in Umgebung, Lebensmittel oder Gewebe
NachteileVorrat erschöpft sich · Wirkstoff gelangt in Gewebe, Lebensmittel oder Abwasser · Migration und Exposition sind zu bewertenwirkt nur bei direktem Kontakt · Ablagerungen können die Oberfläche abdecken · braucht eine passende Prüfmethode
Typische KlassenSilberionen, gelöste Biozide, Antibiotikaoberflächengebundene quartäre Ammoniumverbindungen, gepfropfte kationische Polymere, photokatalytische Schichten

Literatur

Warum der Unterschied zählt.

  • Haltbarkeit. Ein auswaschendes System verbraucht seinen Vorrat. Silberausgerüstete Textilien geben zum Beispiel beim Waschen Silber ab; wie viel, hängt von der Art der Ausrüstung ab [13].
  • Kontakt mit Menschen und Lebensmitteln. Was das Material verlässt, gilt bei Lebensmittelkontakt als Migration und fließt bei Medizinprodukten in die biologische Beurteilung ein [9, 10].
  • Umwelt und Kennzeichnung. Freigesetzte Wirkstoffe gelangen ins Abwasser. Die Biozid-Verordnung bewertet jeden Wirkstoff je Produktart, und behandelte Waren mit Wirkaussage brauchen eine Kennzeichnung [12].

So wird Auswaschen gemessen.

  1. 01

    Probe in ein Medium legen, das der Anwendung entspricht, etwa Wasser, ein Lebensmittelsimulanz, künstlichen Schweiß oder Urin.

  2. 02

    Das Eluat zu festgelegten Zeitpunkten entnehmen, zum Beispiel nach einem Tag, einer Woche und einem Monat.

  3. 03

    Das Eluat chemisch analysieren

    Metalle zum Beispiel mit ICP-MS, organische Wirkstoffe mit Chromatografie.

  4. 04

    Das Eluat mikrobiologisch prüfen. Hemmt es allein das Wachstum, wirkt ein freigesetzter Stoff.

  5. 05

    Die ausgewaschene Probe erneut mit einer Kontaktprüfung testen. Bleibt die Wirkung erhalten, spricht das für eine gebundene Komponente.

Sieben Fragen an Ihren Lieferanten.

Gibt das Material Wirkstoff ab, und wenn ja, wie viel, in welchem Medium und über welchen Zeitraum?

Welche Prüfung belegt die Wirkung: Norm, Organismen, Kontaktzeit, Bedingungen, Labor und Datum?

Wurde die Wirkung nach Alterung, Reinigung oder Waschen erneut geprüft?

Wie verhält sich die Wirkung, wenn die Oberfläche verschmutzt ist, etwa mit Protein oder Fett?

Welcher Wirkstoff steckt im Material, und ist er für die Produktart genehmigt oder im Prüfprogramm [12]?

Welche Stoffe können in Lebensmittel, auf die Haut oder in Gewebe übergehen, und nach welchen Regeln wird das bewertet, etwa Verordnung (EU) Nr. 10/2011 oder ISO 10993 [9, 10]?

Wie wird die Ware gekennzeichnet, wenn eine biozide Eigenschaft ausgelobt wird?

Für Ihr Produkt

Was das für Ihr Produkt heißt.

Bei Textilien bestimmt der Wirkort die Prüfung: ISO 20645 erfasst nur freigesetzte Stoffe, ISO 20743 misst die antibakterielle Aktivität des Textils selbst [3, 11]. Für Z-Chitosan wird das Freisetzungsverhalten je Material geprüft.

Machbarkeit prüfen

Häufige Fragen

Häufige Fragen.

Ihre Frage ist nicht dabei? Fragen Sie den Assistenten oder das Team.

Ist ein großer Hemmhof ein Zeichen für starke Wirkung?

Nicht unbedingt. Die Breite des Hemmhofs hängt vor allem davon ab, wie gut der Wirkstoff im Agar diffundiert. Ein großer Hemmhof zeigt, dass Wirkstoff freigesetzt wird. Wie stark ein Material auf seiner Oberfläche wirkt, misst eine quantitative Prüfung wie ISO 22196 oder ISO 20743 [5].

Kann ein gebundenes Material Biofilm verhindern?

Es kann Zellen abtöten, die sich an der Oberfläche anlagern, und so die frühe Besiedlung stören. Abgestorbene Zellen, Proteine und andere Ablagerungen können die aktive Schicht jedoch abdecken [2]. Ob das im Einsatz trägt, zeigt ein Biofilmmodell, das der Anwendung nahekommt.

Wie finde ich heraus, ob ein Material Wirkstoff abgibt?

In einem Auswaschversuch lagert die Probe in einem passenden Medium; danach wird das Eluat chemisch analysiert und mikrobiologisch geprüft. Ein Hemmhoftest gibt einen ersten Hinweis. ASTM E2149 kann laut Norm nicht unterscheiden, ob ein Stoff ausgewaschen wird oder gebunden bleibt [7].

Autor
Redaktion ZCP
Stand
Oktober 2026 · Recherche-Stand 26.09.2026
Lesezeit
5 Min.
Quellen13
  1. Tiller J. C., Liao C.-J., Lewis K., Klibanov A. M. (2001): Designing surfaces that kill bacteria on contact. Proceedings of the National Academy of Sciences USA 98(11):5981–5985. DOI 10.1073/pnas.111143098
  2. Kaur R., Liu S. (2016): Antibacterial surface design – contact kill. Progress in Surface Science 91(3):136–153. DOI 10.1016/j.progsurf.2016.09.001
  3. ISO 20645:2004: Textile fabrics – Determination of antibacterial activity – Agar diffusion plate test. International Organization for Standardization, Genf.
  4. AATCC TM147: Test Method for Antibacterial Activity of Textile Materials: Parallel Streak. American Association of Textile Chemists and Colorists (AATCC), Research Triangle Park.
  5. Cunliffe A. J., Askew P. D., Stephan I., Iredale G., Cosemans P., Simmons L. M., Verran J., Redfern J. (2021): How do we determine the efficacy of an antibacterial surface? A review of standardised antibacterial material testing methods. Antibiotics 10(9):1069. DOI 10.3390/antibiotics10091069
  6. ISO 22196:2011: Measurement of antibacterial activity on plastics and other non-porous surfaces. International Organization for Standardization, Genf · JIS Z 2801:2010: Antibacterial products – Test for antibacterial activity and efficacy. Japanese Standards Association, Tokio.
  7. ASTM E2149-25: Standard Test Method for Determining the Antimicrobial Activity of Antimicrobial Agents Under Dynamic Contact Conditions. ASTM International, West Conshohocken.
  8. Siedenbiedel F., Tiller J. C. (2012): Antimicrobial polymers in solution and on surfaces: overview and functional principles. Polymers 4(1):46–71. DOI 10.3390/polym4010046
  9. Verordnung (EU) Nr. 10/2011 über Materialien und Gegenstände aus Kunststoff, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen.
  10. ISO 10993-5:2009: Biological evaluation of medical devices – Part 5: Tests for in vitro cytotoxicity. International Organization for Standardization, Genf.
  11. ISO 20743:2021: Textiles – Determination of antibacterial activity of textile products. International Organization for Standardization, Genf.
  12. Verordnung (EU) Nr. 528/2012 (Biozid-Verordnung), Art. 58 und Art. 94.
  13. Geranio L., Heuberger M., Nowack B. (2009): The behavior of silver nanotextiles during washing. Environmental Science & Technology 43(21):8113–8118. DOI 10.1021/es9018332

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