Technologie
Z-Chitosan: Chitosan, neu gedacht.
Chitosan und Pflanzenextrakte, verbunden zu einem antimikrobiellen System für Materialien – in drei Stationen, nach den Patentschriften.
Definition
Was Z-Chitosan ist.
Z-Chitosan ist ein Einschlusskomplex aus Chitosan und mindestens einem Pflanzenextrakt, gebildet in Gegenwart eines Katalysators (US 11,708,424). Hergestellt wird es in einer mehrstufigen Emulsionsvernetzung und zu Pulver getrocknet; als Masterbatch kommt es in Kunststoffe, Polymere und Textilien (US 12,071,490). Welche Einsatzformen ZCP heute anbietet, zeigen die Anwendungen.
Chitosan
Der Träger, ein kationisches Biopolymer aus Chitin
Pflanzenextrakte
Laut Patent u. a. Thymian, Oregano, Zimt, Nelke
Katalysator
Verbindet beide Komponenten in der Emulsionsvernetzung
Lösung oder Mikropartikel
Als Pulver zur Einbringung ins Material
Modellhafte Darstellung Patent
Molekül-Studio
Eine Chitosan-Kette zum Drehen und Prüfen.
Chitosan ist eine Kette aus D-Glucosamin (mit freier Aminogruppe) und N-Acetyl-D-Glucosamin. Stellen Sie DDA und pH-Wert ein und verfolgen Sie die Ladung.
Molekül wird geladen …
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Anteil der Einheiten mit freier Aminogruppe · 6 / 8 Einheiten
Unter pH 6,4 ist die Mehrheit der Aminogruppen protoniert (–NH3+).
- Protonierte Aminogruppen
- 88,8 %
- Geladene Einheiten der Kette
- 71,0 % 5 / 8
Ansicht
α = 1 / (1 + 10(pH − 6,4)) · geladen = DDA × α
Was sehe ich?
Chitosan besteht aus β-(1→4)-verknüpften Einheiten von D-Glucosamin und N-Acetyl-D-Glucosamin. Der Deacetylierungsgrad (DDA, typisch 60–95 %) gibt an, wie viele Einheiten eine freie Aminogruppe tragen. Diese Aminogruppen haben einen pKa-Wert von etwa 6,3 bis 6,5. Im sauren Bereich nehmen sie ein Proton auf (–NH3+): Die Kette wird positiv geladen und löslich. Bei neutralem pH ist nur ein kleiner Teil geladen; reines Chitosan ist dann wenig löslich und wirkt schwächer.
| pH | Protonierter Anteil | DDA 60 % | DDA 80 % | DDA 95 % |
|---|---|---|---|---|
| 4,0 | 99,6 % | 59,8 % | 79,7 % | 94,6 % |
| 5,0 | 96,2 % | 57,7 % | 76,9 % | 91,4 % |
| 6,0 | 71,5 % | 42,9 % | 57,2 % | 67,9 % |
| 6,4 | 50,0 % | 30,0 % | 40,0 % | 47,5 % |
| 7,0 | 20,1 % | 12,0 % | 16,1 % | 19,1 % |
| 8,0 | 2,5 % | 1,5 % | 2,0 % | 2,3 % |
Idealisierte Modellrechnung; der tatsächliche pKa hängt u. a. von DDA und Ionenstärke ab. · Literatur: Rinaudo 2006; Kong et al. 2010
Zellhülle im Schnitt
Was an der Zelle passiert.
Bakterien und Hefen tragen negativ geladene Bausteine an ihrer Oberfläche. Wählen Sie einen Organismus und gehen Sie das Wirkmodell nach Literatur Schritt für Schritt durch.
Organismus
Gramnegativ: Außenmembran, dünnes Peptidoglykan, Innenmembran
Was sehe ich?
Das Modell zeigt die Zellhüllen von vier Organismen: E. coli und P. aeruginosa als Stäbchen, S. aureus als Kokken, C. albicans als Hefe. Gramnegative Bakterien besitzen eine Außenmembran mit Lipopolysacchariden, grampositive eine dicke Peptidoglykanschicht mit Teichonsäuren; beide sind außen negativ geladen. Die Animation zeigt das Wirkmodell von Chitosan nach Literatur in vier Schritten. Sie ist eine modellhafte Darstellung, kein Messergebnis. Die Wirkung hängt von Organismus, pH-Wert und Material ab.
Einbringung
Vier Wege ins Material.
Z-Chitosan kommt ins Polymer, auf die Oberfläche, an die Faser oder in die Flüssigkeit. Den Weg über ein Masterbatch in Kunststoffe, Polymere und Textilien beschreibt das Patent US 12,071,490; welche weiteren Wege ZCP anbietet, zeigen die Anwendungen. Die Eignung für Ihr Material prüfen wir im Einzelfall.

Masterbatch · im Polymer
Z-Chitosan-Pulver wird in ein Trägerpolymer eingearbeitet und bei Spritzguss oder Extrusion zudosiert.
Typische Materialien
- PP
- PE
- PVC
- PET
- PS
- ABS
- PA
- PC

Beschichtung · auf der Oberfläche
Eine Z-Chitosan-Lösung wird als dünner Film auf fertige Bauteile aufgetragen; die Rezeptur des Grundmaterials bleibt unverändert.
Typische Materialien
- Silikon
- Polyurethan
- Filtermembranen (RO, UF, NF)
- Kunststoffoberflächen

Ausrüstung · an der Faser
Textilien werden in der Veredlung mit einer Z-Chitosan-Flotte ausgerüstet, etwa im Foulard.
Typische Materialien
- Baumwolle
- Polyester
- Mischgewebe
- Vliesstoffe

Formulierung · in der Flüssigkeit
Z-Chitosan wird als Lösung oder Pulver in flüssige Produkte eingearbeitet, etwa in Wandfarben oder Feuchttuch-Lotionen.
Typische Materialien
- Wandfarben
- Epoxid-Bodenbeschichtungen
- Feuchttuch-Lotionen
Belege
Was belegt ist – und wo Sie tiefer lesen.
Jede Darstellung trägt ein Siegel. Patente und Prüfungen haben eigene Seiten.
Quellen4
- Rabea E. I., Badawy M. E.-T., Stevens C. V., Smagghe G., Steurbaut W. (2003): Chitosan as antimicrobial agent: applications and mode of action. Biomacromolecules 4(6):1457–1465.
- Kong M., Chen X. G., Xing K., Park H. J. (2010): Antimicrobial properties of chitosan and mode of action: a state of the art review. International Journal of Food Microbiology 144(1):51–63.
- Rinaudo M. (2006): Chitin and chitosan: Properties and applications. Progress in Polymer Science 31(7):603–632.
- US 11,708,424 B1 und US 12,071,490 B2 (Google Patents), siehe Patente.
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